Wie kann man Garantiekosten und Instandhaltungsaufwand prognostizieren?

Unser softwaregestütztes Verfahren hilft zum Beispiel Fahrzeugherstellern, ihre Rücklagen zu optimieren.

Motivation

Die Bil­dung von Risi­korück­la­gen für nicht vor­her­seh­ba­re finan­zi­el­le Belas­tun­gen ist eine Pflicht­auf­ga­be für alle Wirt­schafts­un­ter­neh­men. Her­stel­ler ste­hen vor der nicht immer ein­fa­chen Auf­ga­be, die zu erwar­ten­den Garan­tie­kos­ten und Kulanz­kos­ten für neue Pro­duk­te recht­zei­tig und sta­tis­tisch abge­si­chert abzu­schät­zen.

Garantiekosten und Kulanzkosten - Statistische Prognose

Ver­set­zen Sie sich zum Bei­spiel in die Lage eines Fahr­zeug­her­stel­lers. Sie befin­den sich in der Phase, bei der die ers­ten Erfah­run­gen zu den anfal­len­den Kos­ten beim Betrieb eines neuen Fahr­zeug­mo­dells gesam­melt wer­den konn­ten. Wie kann man auf die­ser Basis die Kos­ten für die Zukunft pro­gnos­ti­zie­ren? Was sind diese Erfah­run­gen wert, wenn es um eine mög­lichst gute Pro­gno­se und damit auch um adäqua­te Rück­la­gen­bil­dung geht?

Neben dem Anwen­dungs­fall Kos­ten­pro­gno­se ist das nach­fol­gend vor­ge­stell­te Ver­fah­ren auch für die Pla­nung von Ersatz­tei­len und damit für die Opti­mie­rung der Lager­hal­tung nutz­bar. Die Ana­ly­se­er­geb­nis­se kön­nen eben­so als eine Ent­schei­dungs­ba­sis für die Anpas­sung von Instand­hal­tungs­pro­zes­sen (Res­sour­cen­pla­nung, Stra­te­gie­op­ti­mie­rung…) auf Sei­ten des Tech­nik­be­trei­bers oder Instand­hal­tungs­dienst­leis­ters die­nen.

Prak­ti­sche Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten für ein sol­ches Ver­fah­ren sind also immer dort denk­bar, wo Manage­men­tent­schei­dun­gen durch zufäl­li­ge Aus­fall­pro­zes­se tech­ni­scher Sys­te­me beein­flusst wer­den, und noch wenig Kennt­nis­se über das Aus­fall­ver­hal­ten der Tech­nik vor­lie­gen.

Projektumsetzung

Gemein­sam mit einem Fahr­zeug­her­stel­ler haben wir uns im Rah­men eines Pro­jek­tes mit den oben benann­ten Fra­gen befasst.

Dabei ging es nicht um die Betriebs­kos­ten all­ge­mein, son­dern um die instand­hal­tungs­be­dingt anfal­len­den Kos­ten – genau­er um Aus­fall­an­zah­len. Die Zuver­läs­sig­keit ist neben dem Kraft­stoff­ver­brauch das zen­tra­le Kun­den­kauf­kri­te­ri­um in der Nutz­fahr­zeug­bran­che.

Resul­tat des Pro­jek­tes ist ein Tool, wel­ches die Erfah­run­gen der bereits gemach­ten Beob­ach­tun­gen in einer empi­ri­schen Schät­zung der Aus­fall­an­zah­len für den anfäng­li­chen Ein­satz­zeit­raum zusam­men­fasst und für den zukünf­ti­gen Ein­satz­zeit­raum eine Pro­gno­se erstellt.

Her­aus­for­de­rung waren dabei die fol­gen­den Punk­te:

  • Der Anteil der Aus­fäl­le gegen­über den Gut­läu­fern (d.h. den wäh­rend der Beob­ach­tungs­zeit nicht aus­ge­fal­le­nen Sys­te­men) ist sehr klein.
  • Der Ein­satz eines ein­heit­li­chen Daten­mo­dells ist in der Pra­xis schwie­rig.
  • Die Infor­ma­tio­nen zu den Aus­fäl­len sind sehr detail­liert. Die Infor­ma­tio­nen zu den Gut­läu­fern sind jedoch sehr grob.
  • Es wer­den außer­dem unter­schied­li­che Lebens­dau­er­ein­hei­ten ver­wen­det.

Eine klas­si­sche Lebens­dau­er­ana­ly­se (etwa Wei­bull­ana­ly­se) war in die­ser Situa­ti­on nicht mög­lich. Die unter­schied­li­chen Ein­hei­ten (Zeit und Lauf­stre­cke) mach­ten es erfor­der­lich, mit einer Lauf­leis­tungs­ver­tei­lung als Umrech­nungs­fak­tor zu ope­rie­ren.

Ergebnis

Die Ein­gangs­in­for­ma­tio­nen wer­den vom Tool über geeig­ne­te Ein­ga­be­fens­ter abge­fragt. Die Abbil­dung unten zeigt die Ein­ga­be der Pro­duk­ti­ons­zah­len:

IZP Software zur Kostenprognose - Eingangsdaten für Schätzung kündtiger Garantiekosten und Instandhaltungsaufwand

Wer­den auch die Feh­ler­be­ob­ach­tun­gen und Anga­ben zur Lauf­leis­tungs­ver­tei­lung ein­ge­ge­ben, so kann das Pro­gramm die Kurve für die Aus­fall­an­zah­len berech­nen bzw. pro­gnos­ti­zie­ren (s. fol­gen­de Abbil­dung). Die Kon­fi­denz­gren­zen für den Pro­gno­se­zeit­raum wer­den per Simu­la­ti­on ermit­telt.

Entwicklung der Ausfallzahlen zur Prognose von Garantieosten und Instandhaltungsaufwand

Das zunächst zu Test­zwe­cken ent­wi­ckel­te Pro­gramm hat sich bewährt. Es wird zukünf­tig ein Bestand­teil der leis­tungs­star­ken IZP-Software RAMS-Office NG (RO) sein.

RO ist ein seit mehr als 20 Jah­ren in ver­schie­dens­ten Bran­chen bewähr­tes Werk­zeug zur Analyse, Pro­gno­se und Opti­mie­rung der Zuver­läs­sig­keit und Ver­füg­bar­keit sowie von Instand­hal­tungs­pro­zes­sen und Lebens­zy­klus­kos­ten kom­ple­xer tech­ni­scher Sys­te­me. Nähe­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer RAMS-Office Pro­duk­sei­te.

RAMS-Office NG