LCC - Lebenszykluskosten
Strukturierte Prognose der Wirtschaftlichkeit
Wir unterstützen Sie bei der Analyse und Prognose von Lebenszykluskosten.
Der Begriff LCC steht für Lebenszykluskosten. Eine LCC-Betrachtung bezieht sich auf ein konkretes Produkt unter definierten Einsatzbedingungen und erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus – von der Entwicklung über die Produktion und den Betrieb bis zur Verwertung.
Von besonderem Interesse sind die Kosten, die während des Betriebes für längerlebige Produkte anfallen. Die LCC-Eigenschaften sind neben dem Anschaffungspreis mittlerweile ein wesentliches Verkaufsargument. Sie werden häufig beim Produktkauf vom Käufer abgefragt und sollten vom Verkäufer nach Möglichkeit auch garantiert werden. Die Entwicklungs- und Produktionskosten werden über den Anschaffungspreis auf die Käufer umgelegt.
Wie nach der Außerdienststellung der Systeme mit den Kosten umgegangen wird, hängt davon ab, wem das System rechtmäßig gehört. Daraus leitet sich ab, wer aus einem eventuellen Restwert Nutzen ziehen kann bzw. wer für die Entsorgung kostenseitig verantwortlich ist.
Wenn eine Produktentsorgung erforderlich ist, darf diese in der Kostenbilanz natürlich nicht fehlen. Aufgrund der zeitlichen Ausdehnung der Betriebsphase und der Tatsache, dass hier der eigentliche Nutzen realisiert wird und in der Regel die meisten Kosten anfallen, kommt dieser Phase eine besondere Bedeutung zu. Die LCC kommen deshalb häufig bei der Bewertung von Investitionsprojekten zur Anwendung, wobei der Fokus auf dem Betrieb und der Entsorgung liegt.
Für den Lieferantenvergleich bei Dienstleistungen, Komponenten und Baugruppen werden gewöhnlich TCO-Modelle (Total Cost of Ownership) herangezogen, welche zusätzlich Transaktionskosten berücksichtigen (z. B. Kosten der Lieferantenqualifizierung, Kosten für die Ausarbeitung von Verträgen im Einkauf, …).
Unsere Dienstleistungen und Softwarelösungen schließen neben den Analysen und Prognosen der LCC auch TCO-Betrachtungen mit ein. Außerdem können wir Sie mit unserem LCC-Know-how auch bei MTA-Aufgabenstellungen (Maintenance Task Analysis) unterstützen.

Normen zur LCC-Analyse
Aerospace
SAE ARP 4293:1992 Life Cycle Cost - Techniques And Applications SAE International
Maschinen und Anlagen
VDMA 34160: Handbuch für das Excel-Berechnungs-Werkzeug zur Berechnung von Lebenszykluskosten in der Investitionsgüterindustrie; Mai 2012; - Version 8.0
Elektrotechnik
DIN EN 60300−3−3 Zuverlässigkeitsmanagement, Teil 3-3: Anwendungsleitfaden – Lebenszykluskosten (Entwurfsfassung IEC 56/1549/CD:2014)
Wehrtechnik/Defense
MIL-HDBK-502
Womit wir Ihnen helfen können:
Als Fachdienstleister haben wir in verschiedensten Projekten langjährige Erfahrungen mit der Prognose von LCC und der Gewinnung und Strukturierung der dazu notwendigen Kostenarten.
Wir übernehmen für Ihre Projekte deshalb gern folgende Aufgaben:
- Durchführen von LCC-Prognosen und TCO-Analysen nach Ihren Konzepten oder Vorgaben Ihres Kunden
- Unterstützung von Zulieferern beim Ausfüllen der geforderten LCC-Sheets in gängigen Formaten (z.B. BLESS, SIEMENS, UNIFE, CAF)
- Bewertung und Prüfung von LCC-Analysen und TCO-Analysen sowie Unterstützung bei der Kundenkommunikation
- Bestimmung des kostenoptimalen Ersatzzeitpunktes Ihrer Technik
- Kostenoptimale Einstellung von Instandhaltungsstrategien
- Umfassende LCC-Kalkulation bzw. TCO-Kalkulation mit der IZP-Software RAMS-Office NG für Ihre Anlagen, Fahrzeuge bzw. Investitionsgüter
- Spezielle Schulungen zur Anwendung der LCC-Methodik und TCO-Methodik (auch Inhouse)
Nützliches Wissen für LCC-Kalkulationen
Wofür steht die Abkürzung LCC?
Die Lebenszykluskosten bzw. Lifecycle Cost (LCC) decken alle Kostenarten ab, die innerhalb des gesamten Lebenszyklus eines Produktes für den Anwender anfallen. Dabei orientiert man sich an den Lebensdauerphasen und Betriebszuständen des Produktes (z.B. Montage, Lagerung, Instandhaltung/Reinigung, Betrieb, Stillegung und Entsorgung). Eine Doppelzählung, die infolge der Umlegung von Kosten naheliegt, ist zu vermeiden.
Mit einer LCC-Kalkulation kann die Gesamtwirtschaftlichkeit einer Systemlösung (Produkt, Anlage, Fahrzeug) abgeschätzt werden.
Was decken die LCC ab?
Jede Wertschöpfung am Produkt muss zunächst finanziert werden und löst Kosten aus. Durch Verkauf an den Betreiber müssen die Investitionen für Entwicklung und Produktion einerseits mindestens ausgeglichen werden. Der Betreiber hat für die Anschaffung und beim Betrieb während der vorgesehenen Nutzungsdauer Aufwendungen, die mit dem Produkt in Verbindung stehen.
Ist der Betreiber für die Entsorgung zuständig, müssen die Kosten dafür ebenfalls getragen und damit in eine LCC-Prognose einbezogen werden.
Welche Lebensdauerphasen liegen den LCC-Betrachtungen zu Grunde?
Hierzu gibt es verschiedene Modellansätze zur Kalkulation der Kosten. So arbeitet die SEA ARP 4293:1992 LCC mit 4 Phasen und die DIN EN 60300−3−3 mit 6 Hauptphasen. Branchenabhängig gibt es weitere Modelle. In allen Fällen ist der Betrachtungsbeginn die Konzipierung und das Ende die Entsorgung. Es gibt eine Grobunterteilung in Beschaffung und Besitz.
Abhängig davon, welchen Bezug man zum betrachteten Produkt hat, können bestimmte Lebensdauerphasen außeracht gelassen werden. So beginnt die LCC-Betrachtung für Betreiber erst bei der Anschaffung.
Warum stellt man bei LCC-Kalkulationen die Betriebsphase in den Mittelpunkt?
Betrachtungen der Lebenszykluskosten werden vor allem für langlebige Investitionsgüter vorgenommen.
Die bei der vorgesehenen Nutzung entstehenden Betriebskosten dürften daher im Normalfall einen sehr hohen, wenn nicht den höchsten Anteil an den LCC haben. Man bedenke, dass die Energiekosten auch dazu zählen.
Ein fairer Vergleich von Lösungen verschiedener Anbieter ist deshalb nur unter Einbeziehung der LCC während des Betriebes möglich.
LCC-Prognose
mit RAMS-Office NG Software
Die von uns angebotene Software RAMS-Office NG ist ein umfassendes RAMS/LCC Analysewerkzeug. Mit dieser Software können Sie auf einfache Weise wiederverwendbare und gut strukturierte LCC-Kalkulationen mit pragmatischen Kalkulationsansätzen für alle gängigen Kostenarten erstellen. Die Ergebnisse können in gängige Formate exportiert werden.
Felddatenanalyse und FRACAS
Für eine realistische Prognose der Lebenszykluskosten neuer Produkte bzw. Systeme, und der damit verbundenen Anforderungen an die Lieferanten ist es hilfreich, die Zuverlässigkeit Ihrer vorhandenen Anlagen bzw. Fahrzeuge zu kennen.
Egal ob Betreiber, Systemanbieter in der Betriebserprobung oder Hersteller in der Garantiezeit: Mit einem FRACAS-Prozess können sowohl die wirklich notwendigen Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung angestoßen werden, als auch Anforderungen an künftige Systeme auf einer realistischen Basis entwickelt werden.
Werden Sie LCC-Experte!
Im Rahmen unserer vom TÜV-Rheinland zertifizierten Ausbildungsreihe zum RAMS/LCC-Spezialisten bieten wir auch ein Seminar zum Thema Berechnung der Lebenszykluskosten an.
